SAVE THE DATE
GENERALVERSAMMLUNG
am 17. Oktober 2026
im Schloss Schenna, 39017 Schennna bei Meran, Südtirol.
Um 13.00 Uhr gibt es einem Bustransfer von Bozen zum Schloss Schenna, wo vor der Generalversammlung ein Rundgang, der beim Mausoleum von Erzherzog Johann beginnt und uns anschließend in das Schloss führt, stattfinden wird. Nach der Generalversammlung mit anschließendem Weinempfang geht es wieder zurück nach Bozen.
Am folgenden Tag ist ein Burgentag rund um Schloss Trostburg, 39040 Ponte Gardena, Südtirol, geplant.
Unterkunft und Reise nach Bozen werden individuell organisiert.
Das empfohlene Hotel ist das Hotel Laurin in Bozen (Parkhotel in Bozen: Seit 1910 das Beste | Parkhotel Laurin), ganz in der Nähe des Bahnhofs.
Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Voranmeldung hier. Die detaillierte Information wird in den nächsten Wochen per Post zugesandt.
Vilnius präsentiert wiederentdeckte königliche Insignien von Elisabeth von Habsburg
Die Stadt Vilnius hat uns auf eine Ausstellung aufmerksam gemacht, die die königlichen Schätze von Elisabeth von Habsburg, die seit dem 2. Weltkrieg als verschollen galten, präsentiert.
Weitere Informationen entnehmen Sie bitte hier
… ins Land der Franken fahren!

Text: Therese Backhauen
„… ins Land der Franken fahren!“ – so lautet eine Passage aus dem Frankenlied. Die Gelegenheit, ins Land der Franken mit seiner Vielfalt an historischen, die Geschichte des Landes widerspiegelnden Bauten zu fahren, nutzten Anfang Juni 2026 viele interessierte Mitglieder unseres Vereins. Es galt, ein Potpourri von der imposanten Burg über das Patrizierschloss und den Herrensitz mitsamt Gärten bis zur prunkvollen Residenz zu besichtigen. Die Eigentümer öffneten ihre Häuser und luden uns zu spannenden Blicken in die Vergangenheit ein. Die Reise wurde mit Charme und gleichsam historischer wie kunsthistorischer Expertise von Edith von Weitzel-Mudersbach vom Bayerischen Denkmälerverein geführt.
Am Abend nach der individuellen Anreise zum Schloss Frankenberg, der Unterkunft für die nächsten Tage, wurden wir auf Einladung des Bayerischen Denkmälervereins vom Direktor des Hauses, Herrn Michael Zager, und Frau von Weitzel-Mudersbach mit Sekt empfangen, bevor es in das zum Schlosskomplex gehörende Amtshaus, ein ehemaliges barockes Verwaltungsgebäude von 1759, zum Abendessen ging.
Schloss Frankenberg, einst Zentrum der Glaubenskriege des 16. und 17. Jahrhunderts, liegt inmitten von Weinbergen auf einem Bergsporn in der Gemeinde Weigenheim in Mittelfranken. Die Anlage besteht aus einem dreiflügeligen Hauptschloss mit den Resten der mittelalterlichen Burgmauern im Nordwesteck, drei Rundtürmen, einem ehemaligen Wallgarten entlang der äußeren Schlossmauern, einer Vorburg und dem Amtshaus. Zum Schloss gehören auch eine Meierei sowie Wälder, Äcker, Obst- und Weingärten.
Jahrhundertealte Geschichte – die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1225 – prägt die Burganlage Frankenberg, die einst aus zwei verschiedenen Burgen bestand und ein wesentliches Zeugnis fränkischen Ritterlebens darstellt. Heute ist nur noch eine der Anlagen, das 1254 errichtete Vorderfrankenberg, erhalten. Die nahe gelegene ältere Burg Hinterfrankenberg aus dem 12. Jahrhundert wurde um die Mitte des 16. Jahrhunderts zerstört. Teile der Ruine sind heute noch zu sehen. Territoriale Machtkämpfe waren es, die den Burggrafen von Nürnberg die jüngere Burg, die den Ursprung des heutigen Schlosses Frankenberg darstellt, als Gegenfestung zu Hinterfrankenberg errichten ließen. Generationen von fränkischen Rittergeschlechtern residierten hier. Infolge zahlreicher Fehden wurde die Burg in Mitleidenschaft gezogen, bis die Familie von Hutten, deren bekanntestes Mitglied der Humanist und Lutherfreund Ulrich war, sie erwarb. Die Mittel dazu stammten vermutlich von einer Todschlagsühne für ein ermordetes Familienmitglied. Die von Hutten ließen die mittelalterliche Burg großteils schleifen und bauten sie in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu einer prächtigen Renaissanceanlage aus, die sie bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts bewohnten.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts kam es zum zeitgemäßen Innenumbau im Barockstil. Von der hohen Gerichtsbarkeit, die die Herrschaft über Frankenberg besaß, zeugen noch heute die Kellergewölbe mit Zellen und vermutlichen Folterkammern. Mit dem Aussterben derer von Hutten ging der Besitz nach Erbstreitigkeiten an die Familie von Poellnitz, die die beiden Anlagen Vorder- und Hinterfrankenberg wieder vereinte. Nach dem Tod der letzten Freiin von Pöllnitz im Jahr 1971 ging die Anlage an zwei weitere Eigentümer, bis sie im Jahr 2014, in schlechtem Zustand und ihres Inventars beraubt, von Professor Dr. Dr. Peter Löw übernommen und in sein European Heritage Project implementiert wurde. Nach langer Restaurierungsphase wurde Schloss Frankenberg 2024 als Hotel, Veranstaltungsraum und Restaurant wiedereröffnet.
Die ehemalige Residenz in Ansbach war unser erstes Ziel am nächsten Tag. Das Fürstentum Ansbach war ein bedeutendes Territorium im Heiligen Römischen Reich. Regiert von der fränkischen Nebenlinie des Hauses Hohenzollern, prägten die Markgrafen vom 15. Jahrhundert bis zum Jahre 1791 die Region politisch und kulturell. Eine der dynamischsten Persönlichkeiten unter ihnen war der von 1440 bis 1486 regierende Albrecht Achilles. Er verlegte die Hohenzollern-Hofhaltung endgültig nach Ansbach und schenkte der Stadt somit eine erste Blütezeit. Die Entwicklung Ansbachs zu einer barocken Residenz setzte gegen Ende des 17. Jahrhunderts ein und fand unter Carl Wilhelm Friedrich, dem „wilden Markgrafen“, um die Mitte des 18. Jahrhunderts ihren Höhepunkt. Die preußische Ära unter Karl August von Hardenberg, der ab 1790 die Markgrafschaften Ansbach und Bayreuth verwaltete, brachte bedeutende Reformen. Seine Amtszeit legte das Fundament für eine Modernisierung sowie für die sogenannte „goldene Ära“ Ansbachs.
Die Markgräfliche Residenz ist ein herausragendes Denkmal sowohl jener Zeit wie auch des Ansbacher Rokoko und dient heute als Sitz der Regierung von Mittelfranken. Das imposante Schloss entwickelte sich aus einer spätmittelalterlichen Wasserburg des frühen 15. Jahrhunderts und danach um die Mitte des 16. Jahrhunderts zu einem Renaissancebau. Zu dieser Zeit entstand auch die noch erhaltene gotische Halle, die heute eine bedeutende Keramik- und Porzellansammlung beherbergt. Etwa 100 Jahre später begann die letzte Bauphase der Residenz, die zu einer barocken Vierflügelanlage umgeformt wurde. Seine heutige Pracht verdankt das Bauwerk vor allem den Architekten Gabriel de Gabrieli, Carl Friedrich von Zocha und Leopoldo Retti. Der ausgezeichnete Erhaltungszustand und die stilistische Einheitlichkeit der von Retti entworfenen Innenausstattung haben ihren Grund darin, dass der letzte Markgraf, Alexander von Brandenburg-Ansbach, im Jahre 1791 gegen eine Leibrente abdankte und sein Land dem Königreich Preußen übergab. Somit bestand kein Grund mehr, die Prunkräume zu modernisieren.
Das Hauptgeschoss der Residenz umfasst drei Raumfluchten, die getrennt voneinander für das offizielle Zeremoniell zu benutzen waren. Die Prunkräume zeugen eindrucksvoll von der markgräflichen Hofkultur. Sehenswert sind das monumentale Deckenfresko von Carlo Carlone im Festsaal, die Gemäldegalerie mit Werken des Rokoko und Gemälden aus der ehemals markgräflichen Galerie, die Sammlung Meissener Porzellan im Spiegelkabinett, der mit 2.800 handgefertigten Keramikfliesen aus der geschichtsträchtigen Ansbacher Fayencemanufaktur ausgekleidete Saal sowie die original barocken Pferdepräparate.
Nach einer ausgiebigen Führung in der Residenz zu Ansbach war unser weiteres Ziel die im Kern noch von Mittelalter und Renaissance geprägte Stadt Wolframs-Eschenbach im Landkreis Ansbach. Sie wurde 1917 vom damaligen Obereschenbach zu Ehren von Wolfram von Eschenbach umbenannt, der hier beheimatet war und hier auch eine Inspirationsquelle seines „Parzival“ fand.
Der Deutsche Orden, der um 1212 hier Fuß gefasst hatte und fast 600 Jahre lang vertreten war, hat Wolframs-Eschenbach entscheidend geprägt. Bereits für das Jahr 1236 ist ein „Haus“ des Deutschen Ordens in Eschenbach nachweisbar. Während des 13. Jahrhunderts erwarb der Orden nach und nach den gesamten Ort Eschenbach sowie größeren Besitz in der näheren Umgebung und erhielt von Kaiser Ludwig dem Bayern im Jahr 1332 das Recht, aus Eschenbach „eine Stadt zu machen“. Graben, Türme und Mauern entstanden im Wesentlichen in der Zeit zwischen 1332 und 1440; die aus dem 12. Jahrhundert stammende Kirche wurde durch eine Ordenskirche ersetzt, zudem wurden Repräsentationsbauten errichtet und im frühen 15. Jahrhundert entstand eine Prachtstraße. Das Deutschordensschloss im Renaissance-Stil mit herrschaftlichen Glanz vermittelnder Schauseite wurde im Jahr 1623 in der Stadtmitte neu errichtet und es entstanden die ehemalige Fürstenherberge sowie die Vogtei.
Die Herrschaft des Deutschen Ordens, der schon Anfang des 14. Jahrhunderts für kurze Zeit seine Selbständigkeit verloren hatte, endete in Wolframs-Eschenbach schrittweise um die Wende zum 19. Jahrhundert, als preußische Truppen unter Carl August von Hardenberg einmarschierten und diese „im Handstreich“ beendeten. Durch ein Dekret aus dem Jahr 1809 hob Napoleon I. den Deutschen Orden in allen Staaten des Rheinbundes, somit auch in Eschenbach, auf.
Noch am selben Tag erlebten wir mit dem Besuch von Schloss Dennenlohe ein weiteres Highlight des Tages. Robert Freiherr von Süsskind empfing uns mit regionalem Cidre und legte umgehend mit einführenden Worten zu Geschichte und Bau los.
Schloss Dennenlohe ist ein Schloss aus dem 18. Jahrhundert und steht im gleichnamigen Dorf, einem Ortsteil der mittelfränkischen Gemeinde Unterschwaningen im Landkreis Ansbach. Es besitzt einen historischen und einen seit 1990 neu angelegten, 26 ha großen botanischen Garten und Landschaftspark. Dass Dennenlohe bereits im Jahre 1167 existierte, berichtet eine Chronik aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Anlage selbst entstand aus einer 1337 erstmals erwähnten Wasserburg. Seit dieser Zeit erlebte das Rittergut einen regen Besitzerwechsel. Das heutige Barockschloss Dennenlohe mit seinen Nebengebäuden und der privaten Gartenanlage entstand zwischen 1734 und 1750 unter dem Kaiserlichen Rat Freiherr Eichler von Auritz, der für den Bau des gesamten Komplexes inklusive Garten den markgräflichen Stararchitekten Leopoldo Matteo Retti engagierte. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass Lucie, die Ex-Frau des Grafen zu Pappenheim, der bis Anfang des 19. Jahrhunderts Eigentümer war, den Fürsten Pückler heiratete und mit der Abfindung aus der Scheidung von Pappenheim den berühmten Schlosspark Muskau, heute UNESCO-Welterbe, baute. 1825 kaufte Johann Gottlieb Süsskind das Anwesen Dennenlohe, das sich seitdem im Eigentum der Familie befindet.
Das Wohnschloss ist eine barocke Dreiflügelanlage mit Ehrenhof, der beidseitig von je einem zweistöckigen Kavaliershaus mit Mansarddach flankiert wird. Der Mittelteil des Hauptgebäudes ist mit einem Risalit betont und genauso wie der Gartenfassadenrisalit übergiebelt. Schloss und Nebengebäude blieben seit ihrer Erbauungszeit unverändert.
Eine besondere Attraktion ist die erweiterte Gartenanlage mit dem Rhododendronpark und dem Landschaftspark, die von Robert von Süsskind, der Dennenlohe 1978 übernommen hatte, geschaffen wurde. Diese Erweiterungen verhalfen Schloss Dennenlohe zu seiner über die Landesgrenzen hinausreichenden Bekanntheit als romantische, malerische Gartenanlage. Genau diese Gartenanlage, ein wildromantischer Park bzw. eine „biodiverse Wildnis“ mit Überraschungen hinter jeder Weggabelung, durften wir bergauf und bergab, über Gräben und Wälle erwandern. Wir sahen den Lustgarten, den Rosengarten, den Vasenweg, den Persischen Garten, den Rhododendronpark, das Mondtor mit der Roten Brücke, die Dracheninsel, den Nymphenteich, die Birkeninsel, die Schloss-Arena und die Theaterinsel, die Magnolieninsel usw. usf. Dieses umwerfende Landschaftsparadies schuf Robert von Süsskind, der als „grüner Baron“ nun schon seit Jahrzehnten in seinem Garten baggert und buddelt.
Der letzte Tag der Reise führte uns zum Schloss Castell in Unterfranken, einer barocken Schlossanlage aus dem 17. Jahrhundert im gleichnamigen Ort. Es gilt als die erste Dreiflügelanlage Frankens und ist der Stammsitz der Fürsten zu Castell-Castell. Begrüßt wurden wir vom amtierenden Chef des Hauses in 20. Generation, Ferdinand Fürst zu Castell-Castell, der das jahrhundertealte Familienunternehmen leitet.
Gemeinsam mit dem Leiter des Fürstlich Castell’schen Archivs, Jesko Graf zu Dohna-Schlobitten, bat er uns zu einem Weinempfang mit anschließender Kellerführung. Bei dieser Gelegenheit erfuhren wir vieles über die Castell’schen Weine, die Wirtschaftszweige sowie über die Familiengeschichte.
Das Adelsgeschlecht derer von Castell lässt sich bis ins Jahr 1057 zurückverfolgen.
Neben der Linie Castell-Castell existiert zudem das Haus Castell-Rüdenhausen, welches ebenfalls von einem Fürsten geführt wird. Obwohl die Teilung in diese zwei Linien vor 200 Jahren erfolgte, ist man seit dieser Zeit gemeinsam unternehmerisch tätig. Die vier gemeinsamen Unternehmensziele sind eine umfangreiche Forstwirtschaft und Ackerbau, die Weinberge mit der wichtigsten Rebsorte Silvaner sowie die Castell’sche Bank als größter Teil des Unternehmens.
Nachdem der ursprüngliche Stammsitz der Familie im 16. Jahrhundert zerstört worden war, wählte Wolf Dietrich zu Castell einen ehemaligen Freihof als neues Schlossgelände und begann mit dem Baumeister Johann Peter Sommer im Jahr 1687 mit dem Bau im Stil des Frühbarock, der von einem englischen Landschaftsgarten umgeben wird. Der Hauptbau sowie die beiden Seitenflügel sind zweigeschossig, auf der südlichen Seite wird er durch einen Torbau abgeschlossen. Dort befindet sich eine Tordurchfahrt mit einer dreieckigen, wappenbekrönten Giebelüberdachung; hier ist die Verbindung des Hauses Castell mit dem von Hohenlohe-Langenburg dargestellt.
Bevor wir das Castell’sche Archiv besichtigten, führte uns Graf Dohna in die gegen Ende des 18. Jahrhunderts erbaute Kirche, deren Äußeres im Gegensatz zum Inneren typischer Barock ist. Drei besondere Stilelemente zeichnen den Kirchenraum aus: durchscheinende Fenster, eine hoch durchlaufende Empore sowie ein Kanzelaltar als Zentrum der Kirche.
Das Castell’sche Archiv ist im ehemaligen im Jahr 1501 errichteten Wildbachgebäude – Castell war Kurort – untergebracht. In diesem Gebäude wurde 1774 die Castell’sche Bank gegründet, das Archiv wurde 1902 eingerichtet. Hier ist rund 1 km Archivmaterial mit circa 8.000 Urkunden, meist Lehensurkunden, Nachlässen der Familienmitglieder sowie Akten vom Reichstag und von den Bauernkriegen untergebracht.
Vom fürstlichen Schloss ging es ins Nürnberger Land und zum vorletzten Programmpunkt dieses Tages. Auf dem ländlichen Patrizieranwesen Schloss Grünsberg wurden wir von der Eigentümerin, Rotraut Freifrau Stromer von Reichenbach-Baumbauer, herzlich willkommen geheißen. Im Vergleich mit dem bisher Gesehenen offenbarte sich hier eine märchenhafte Kulisse mit dem romantischen Innenhof, den erhaltenen Renaissancebauten und dem mittelalterlichen Wehrgang. Der befestigte Sitz geht auf das Jahr 1231 zurück und wurde vermutlich auf älteren Fundamenten erbaut. Unzählige Eigentümer wechselten bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts einander ab. Die Burg wurde Anfang des 16. Jahrhunderts gebrandschatzt und blieb trotz einiger Erneuerungen ruinös; die Behebung der Schäden zog sich lange hin, bis schließlich im Jahr 1561 die dreigeschossige Hauptkemenate fertiggestellt war. Die Erweiterung der Burg zu einer Schlossanlage erfolgte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als sie im Régence-Stil (zwischen Barock und Rokoko) umgebaut und ausgeschmückt wurde. Auffällig – und für diese Zeit ungewöhnlich – ist dabei, dass die Anbauten offensichtlich nach einem mittelalterlichen Ideal um den unteren und oberen Burghof gruppiert wurden.
Seit 1754 befindet sich Grünsberg im Eigentum der Stromer, einer der ältesten und bedeutendsten Patrizierfamilien Nürnbergs, die immer wieder Sanierungsmaßnahmen durchführten und im Jahr 2000 das Anwesen in eine Stiftung überführten. Im Schloss befindet sich ein wertvoller Bestand an Inventar und historischen Gegenständen, die einen Abriss patrizischer Lebensverhältnisse durch die Jahrhunderte darstellen. Die Verbindung der Architektur mit diesem Inventar macht Burg Grünsberg zu einem Denkmal von europäischem Wert. Bemerkenswert ist, dass Grünsberg, so wie die anderen Schlösser der Umgebung, von den Patrizierfamilien lediglich in den Sommermonaten zum Feiern genutzt wurde. Heute finden hier Sommerkonzerte sowie Ausstellungen und Lesungen statt. Ein Sektempfang bildete den Abschluss unseres Besuches.
Unser letzter Besuch galt einem ehemaligen Herrensitz im Nürnberger Stadtteil Neunhof, dem Schloss Neunhof. Hier begegnete uns mit dem Idealtypus eines Weiherhauses – einer Sonderform des festen Hauses – einer der letzten erhaltenen und nahezu originalen Vertreter aus der Zeit um 1500. Von Dr. Irene Spille, einer ausgewiesenen Denkmalpflegerin, wurden wir im Garten mit Sekt empfangen und in die Bau- sowie Restaurierungsgeschichte eingewiesen. Neunhof wurde um die Mitte des 13. Jahrhunderts erstmals erwähnt, das heutige Gebäude gegen Ende des 15. Jahrhunderts errichtet, was dendrologische Altersbestimmungen von Holzbalken bestätigen. Zu dieser Zeit erhielt der wehrhafte Landsitz sein heutiges Aussehen. Sein Charakteristikum ist ein massiver Sandsteinsockel, auf dem der eigentliche Bau im Fachwerkstil aus einem ehemaligen Wassergraben hoch aufragt. Heute umgibt ein rekonstruierter Barockgarten das Anwesen. Wie durch ein Wunder trotzte der Bau jeglichen Kriegszerstörungen oder den Charakter verändernden Umbauten.
Auch hier wechselten unzählige Besitzer einander ab, bis ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Anwesen in Form einer Erbengemeinschaft verwaltet wurde und letztendlich im Jahre 2020 in eine gemeinnützige Stiftung mündete. Im Jahr 1960 hatte es die Erbengemeinschaft dem Germanischen Nationalmuseum für eine museale Nutzung zur Verfügung gestellt. Seit 2013 ist das Schloss allerdings für die Öffentlichkeit geschlossen, da umfassende Sanierungen notwendig geworden waren. Von der erhaltenen originalen Innenausstattung eines repräsentativen Patriziersitzes aus dem 16. bis 18. Jahrhundert konnten wir leider nichts sehen, da das gesamte Haus zurzeit eine Baustelle ist, durch die wir geführt wurden.
Die Franken-Fahrt 2026 bot den Teilnehmern auf sorgfältig geplanten Strecken sowohl kulturelle Einblicke als auch das Erlebnis gemeinschaftlichen Fahrens. Ein großes Dankeschön gebührt allen Eigentümern, die uns ihre Türen öffneten, besonders aber den Organisatorinnen Edith von Weitzel-Mudersbach und Karen Appleby.
NextGen Conference 2026 Schottland
Text: Philline Goëss-Enzenberg

Gruppenfoto vor Scone Palace ©Colin Murray/CamMedia
Von 24. bis 26. April 2026 lud European Historic Houses gemeinsam mit Historic Houses UK zur 10. NextGen Conference nach Schottland. Rund um das historische Scone Palace bei Perth kamen junge NextGen aus ganz Europa zusammen, um sich über die Zukunft historischer Häuser auszutauschen und einige der bedeutendsten Anwesen Schottlands kennenzulernen.
Für viele Teilnehmer begann das Wochenende bereits am Freitag mit einem Besuch der Pferderennen auf dem Gelände von Scone Palace. Gastgeber William Stormont lud die Gäste zum gemeinsamen Mittagessen sowie in die private Loge ein und gab dabei einen ersten Einblick in die wirtschaftliche Realität eines modernen Estate. Die Rennveranstaltungen zählen heute zu den wichtigen Einnahmequellen des Anwesens und zeigen beispielhaft, wie historische Besitzungen längst zu vielseitigen Unternehmen geworden sind.
Scone selbst nimmt in der schottischen Geschichte eine besondere Stellung ein, wurden hier doch über Jahrhunderte die schottischen Könige gekrönt. Eng mit dem Ort verbunden ist auch der berühmte Stone of Destiny, der bis heute zu den wichtigsten Symbolen der schottischen Nation zählt. William Stormont bezeichnete Scone während des Wochenendes mehrfach als „das Herz Schottlands“. Nach kurzer Zeit auf dem Anwesen konnte man gut nachvollziehen, warum dieser Ort für viele Schotten weit mehr als nur ein Schloss ist.
Am Abend führte das Programm weiter nach Blair Castle, dem Stammsitz der Familie Atholl. Bereits die Anfahrt durch die beeindruckende Landschaft der Highlands machte deutlich, weshalb dieses Schloss zu den bekanntesten historischen Anwesen Schottlands zählt. Seit mehr als sieben Jahrhunderten befindet sich Blair Castle im Besitz derselben Familie und entwickelte sich über die Jahrhunderte von einer mittelalterlichen Festung zu einem repräsentativen Adelssitz. Besonders spannend war die Begegnung mit Bertie Troughton, der heute eine zentrale Rolle bei der Führung von Blair Castle und Atholl Estates spielt. Statt ausschließlich über Erfolge zu sprechen, berichtete er erstaunlich offen über schwierige Entscheidungen. So wurden die traditionsreichen Blair Castle Horse Trials trotz ihrer Popularität eingestellt. Seine Überzeugung war, dass man den Mut haben müsse, sich von Projekten zu trennen, für die keine echte Leidenschaft mehr vorhanden ist, um Raum für neue Ideen zu schaffen. Dieser Gedanke zog sich später wie ein roter Faden durch viele Gespräche des Wochenendes.


Auch innerhalb des Schlosses wurde eindrucksvoll gezeigt, wie historische Häuser neue Besuchergruppen ansprechen können. Während unseres Besuchs war eine Ausstellung berühmter Filmkostüme zu sehen, unter anderem aus Produktionen wie Downton Abbey, Emma und Young Victoria. Besonders gelungen war dabei die Gegenüberstellung mit historisch korrekter Kleidung aus der jeweiligen Epoche. So entstand ein spannender Vergleich zwischen filmischer Inszenierung und historischer Realität.
Zwischen königlichen Besuchen und Familiengeschichten mangelt es Blair Castle nicht an Anekdoten. So wird bis heute gerne von Königin Victorias mehrwöchigem Aufenthalt mit ihrem Gefolge von rund 100 Personen erzählt. Nicht weniger legendär sind die Fruchtbarkeitsfedern über dem Bett eines früheren Hausherrn, denen nachgesagt wird, zu seinen 20 Kindern mit zwei Ehefrauen beigetragen zu haben.
Der eigentliche Konferenztag begann am Samstagmorgen mit einer Keynote von William Stormont. Sein Vortrag gehörte für viele Teilnehmer zu den Höhepunkten des Wochenendes. Offen und reflektiert sprach er über die Herausforderungen, die mit der Übernahme eines historischen Familienbesitzes verbunden sind. Besonders interessant war sein Blick auf langfristige Investitionen. Während in vielen Unternehmen Entscheidungen anhand von Kennzahlen und kurzfristigen Renditen bewertet werden, denken historische Besitzungen oft in Generationen. Stormont erzählte, dass manche Investitionen seiner Großeltern noch heute positive Auswirkungen auf den Betrieb hätten. Gleichzeitig müsse seine Generation Entscheidungen treffen, deren Nutzen vielleicht erst von den eigenen Kindern oder Enkeln vollständig sichtbar werde. Scone Palace ist heute weit mehr als ein Schloss. Hinter den historischen Mauern verbirgt sich ein breit aufgestelltes Unternehmen mit Aktivitäten in den Bereichen Tourismus, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei, Veranstaltungen und Immobilien. Mit 250.000 Besuchern pro Jahr, 60 Vollzeit- und über 200 Saisonmitarbeitern zeigt Scone eindrucksvoll, wie professionell viele historische Anwesen heute geführt werden müssen, um langfristig bestehen zu können.
Im anschließenden Panel wurden verschiedene Perspektiven auf die Zukunft historischer Häuser vorgestellt. Emma Savage von Savills sprach über politische und regulatorische Entwicklungen, mit denen sich Estate-Besitzer in Schottland künftig auseinandersetzen müssen. Dabei wurde deutlich, wie stark Themen wie Nachhaltigkeit, Governance und gesellschaftliche Verantwortung mittlerweile den Alltag vieler historischer Anwesen prägen.
Patrick Colquhoun stellte die Geschichte und Entwicklung von Luss Estates vor, einem Familienbesitz, der sich seit rund 900 Jahren in derselben Hand befindet. Besonders eindrucksvoll war die Größenordnung langfristiger Projekte. So berichtete er unter anderem von der Entwicklung eines Golfplatzes, in den über viele Jahrzehnte erhebliche Summen investiert wurden. Mit einer gewissen Selbstironie erzählte er dabei auch die Geschichte eines Baggers, der während der Bauarbeiten im sumpfigen Gelände versank und sich angeblich bis heute unter dem dreizehnten Loch befinden soll.
Dr. Craig Thomas widmete sich schließlich der Frage, wie historische Häuser für jüngere Generationen attraktiv bleiben können. Seine Ausführungen zeigten, dass insbesondere die Generation Z großes Interesse an authentischen Erlebnissen, Geschichte und kulturellen Angeboten hat. Für viele Estates eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten, Geschichte lebendig zu vermitteln und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich zu sein.


Den Abschluss des Konferenztages bildete die zweite Keynote von James Erskine, dem heutigen Besitzer von Cambo Estate. Nach einer erfolgreichen Karriere als Theaterproduzent übernahm er 2021 überraschend die Verantwortung für das Familienanwesen. In seinem Vortrag sprach er über die Herausforderungen eines Generationenwechsels, die Rolle historischer Häuser in ihren Gemeinden und die Bedeutung starker lokaler Netzwerke für die langfristige Entwicklung eines Besitzes. Besonders in Erinnerung blieb sein Ansatz, Herausforderungen nicht isoliert zu betrachten, sondern gemeinsam mit der lokalen Gemeinschaft Lösungen zu entwickeln. Viele seiner Projekte verfolgen genau dieses Ziel. Ein interessantes Beispiel ist das Hochzeitskonzept auf dem Estate. Die historische Location wird für Veranstaltungen zur Verfügung gestellt, während die Wirtschaftlichkeit über die Belegung der Gästezimmer sichergestellt wird. So profitieren sowohl die Besucher als auch das Anwesen von einem Modell, das langfristig tragfähig ist.
Nach der Konferenz wurden wir von William Stormont persönlich durch die historischen Räume von Scone Palace geführt. Dabei erfuhren wir unter anderem von den Vorbereitungen für den Besuch von Königin Victoria, die ihren Aufenthalt zwei Jahre im Voraus angekündigt hatte. Das Anwesen wurde damals umfassend renoviert, ehemalige Mitarbeiter wurden zurückgeholt und neue Küchenchefs engagiert. Der Aufwand war enorm. Dass der königliche Besuch später nur ein paar unbeeindruckte Zeilen in Victorias Tagebuch wert war, amüsierte die Teilnehmer. Das Bett, in dem die Königin übernachtete, darf allerdings bis heute samt der originalen Bettwäsche nicht mehr benutzt werden.
Am Abend fand schließlich der traditionelle Black Tie Ball im beeindruckenden State Dining Room des Scone Palace statt. Höhepunkt war die Verleihung des NextGen Awards. Ausgezeichnet wurden Ismaël Murat el Hakim und Laurie Mortreuil für ihr Projekt am Château de Paley in Frankreich. Besonders inspirierend war ihr innovativer Ansatz, historische Gebäude mithilfe digitaler Technologien für neue Zielgruppen zugänglich zu machen. Durch die Erstellung eines digitalen Zwillings ihres Schlosses entstehen nicht nur neue Möglichkeiten für Dokumentation und Restaurierung, sondern auch kreative Formate wie Spiele, Workshops und interaktive Erlebnisse. Das Projekt zeigte eindrucksvoll, wie sich Denkmalschutz und Innovation miteinander verbinden lassen. Anschließend wurde bis spät in die Nacht getanzt, wobei viele Teilnehmer erstmals Bekanntschaft mit traditionellen schottischen Tänzen machten.


Der Sonntag führte die Teilnehmer schließlich an die schottische Ostküste zum Cambo Estate. Nach den Eindrücken des Vortages bot dieser Besuch einen sehr persönlichen Einblick in das Leben auf einem historischen Anwesen. Die weitläufigen Gärten gehören zu den bekanntesten Schottlands und beherbergen eine nationale Sammlung von über 200 verschiedenen Schneeglöckchenarten. Die Gärtner legen großen Wert auf Biodiversität und verfolgen dabei einen bemerkenswert naturnahen Ansatz. Selbst abgestorbene Bäume werden gezielt erhalten, um Lebensräume für Insekten und andere Tierarten zu schaffen.
Besonders beeindruckend war jedoch das Anwesen selbst. Überall fanden sich kleine Details, die vom Familienleben vergangener Generationen erzählten. Ein Loch in einem Gemälde über dem Kamin erinnert an die Bogenschießversuche eines früheren Hausherrn als Kind. Die historischen Glockensysteme für das Personal existieren noch heute, ebenso wie ein meterlanges Sprachrohr, über das einst Nachrichten durch das Haus übermittelt wurden. Um seine Funktionsfähigkeit zu demonstrieren, wurde kräftig hineingepustet, worauf am anderen Ende ein überraschend lauter Pfeifton ertönte. Man konnte sich sofort vorstellen, wie auf diesem Weg vor einigen Jahren nach einem Cognac oder einer Tasse Tee verlangt wurde.
Auch wirtschaftlich zeigt Cambo Estate eindrucksvoll, wie vielseitig historische Anwesen heute aufgestellt sein müssen. Neben den berühmten Gärten gehören ein Café, Veranstaltungsflächen, Ferienunterkünfte sowie weitere touristische Angebote zum Gesamtkonzept. Gleichzeitig bleibt der familiäre Charakter des Hauses überall spürbar.
Mit einer letzten Ansprache und großem Applaus endete schließlich ein außergewöhnliches Wochenende. Ein großer Dank geht an das gesamte Team von European Historic Houses für die hervorragende Organisation dieses Wochenendes. Besonders herzlich verabschiedet wurde Ewelina, die mit dieser Konferenz ihre langjährige Tätigkeit bei European Historic Houses abschloss. Die Planungen für das nächste NextGen-Treffen laufen bereits, und nach diesem erfolgreichen Wochenende darf man gespannt sein, wohin die Reise im kommenden Jahr führen wird.


Blühender Bergbau ist blühende Kunst
Das Bergbau- und Gotikmuseum in Leogang

Bergbau- und Gotikmuseum Leogang ©Susanne Bayer Fotografie
Text: Therese Backhausen
Es ist eine erlesene Kollektion mittelalterlicher Kunst sowie bergbaulicher Meisterwerke von bester Qualität, welche das international hoch angesehene und mehrfach ausgezeichnete private Kunstmuseum und Mitglied unseres Vereines im Ortsteil Hütten der Salzburger Gemeinde Leogang so außergewöhnlich macht. Diese hochkarätige Sammlung umfasst Skulpturen und Reliefs, Tafelbilder und Gemälde, Möbel, Flügelaltäre, Kunsthandwerk, wertvolle Bücher sowie eine Schatz- und Wunderkammer. Sie erstreckt sich über einen alles andere als verstaubt oder langweilig wirkenden Museumskomplex, der das 1593 errichtete ehemalige Gewerkenhaus sowie das aus dem Jahr 1669 stammende Thurnhaus umfasst. Beide Bauten sind denkmalgerecht saniert und heute unterirdisch miteinander verbunden.
Alles begann Ende der 1980er-Jahre mit der Renovierung der denkmalgeschützten Kapelle zur Heiligen Anna in Hütten, der darauffolgenden Eröffnung eines Schaubergwerkes sowie der Idee eines Museums, die im Jahr 1989 in die Gründung eines Bergbaumuseumsvereines mündete. Zwar ohne ein einziges Objekt, dafür aber mit viel Gespür für Qualität begann der Museumsgründer und langjährige Kustos Professor Hermann Mayrhofer im Jahr 1992 damit, seine Vision des Museums umzusetzen, das die Verbindung zwischen der reichhaltigen Bergbaugeschichte des Ortes bzw. der Region und einer durch Reichtümer florierenden künstlerischen Tätigkeit im Erzstift Salzburg zum Ausdruck bringen sollte. Heute kann der Museumsgründer mit Stolz auf die vielen Kostbarkeiten seines Museums blicken. Aber wie waren die Anfänge, wie gelangten die Exponate dorthin?
Zunächst stand im Fokus seiner Bemühungen, die über 3000 Jahre alte Bergbaugeschichte in Leogang mit ihrer Blütezeit im Mittelalter sichtbar zu machen. Daraus resultierend, galt das Hauptaugenmerk der gotischen Kunst, zunächst vor allem der Darstellung Bergbauheiliger als naheliegende Weiterentwicklung des Museums. Die ersten Leihgeber waren nicht die Museen, von denen gar nichts kam, sondern private Sammler. Und das erste erworbene Kunstwerk als logische thematische Folge war eine Skulptur der Heiligen Barbara. Wie bedeutend der Bergbau für die Kunst war, ist zum Beispiel an einer Gebetsnuss der Maria von Burgund auszumachen, die heute im Museum beheimatet ist. Es ist ein Prachtexponat, das als eines der bedeutendsten Stücke dieser Art weltweit gilt. Das Besondere daran ist, dass das Innere der Nuss neben dem Herrscherpaar Maximilian und Maria auf beiden Hälften detailreich und filigran geschnitzte Darstellungen von Bergbauheiligen birgt.


Hermann Mayrhofer und Andreas Herzog ©Susanne Bayer Fotografie
Innenansicht © Dr. Wolfgang Tafatsch
Auch Hürden gab es anfänglich zu nehmen. So war es für Prof. Hermann Mayrhofer ein schwieriger Weg, eines der Highlights der frühen Jahre, eine „Schöne Madonna“, die zuletzt mit einem großen Festakt zelebriert wurde, im Jahr 1997 zu erwerben. Schon bald folgte im Jahr 2000 die erste viel beachtete Gotik-Ausstellung, die sich aus privaten Leihgaben und Ankäufen rekrutierte.
Da sich die Sammlung im Laufe der Jahre vergrößerte, wurde es allmählich eng für die Exponate. Die Lösung fand man Anfang der 2000er-Jahre in einer unterirdischen Erweiterung und im Jahr 2012 im Ankauf des erwähnten Thurnhauses. Die Sammlungsankäufe selbst wurden dank der guten Kontakte Prof. Mayrhofers durch das Land Salzburg und die Gemeinde Leogang sowie durch zahlreiche andere Mäzene und Spender ermöglicht. Mit dieser Hilfe gelang es ihm zum Beispiel, die bedeutende Sammlung Frey zu erwerben sowie Dauerleihgaben der Sammlung Figdor und der Gotik-Sammlung von Rudolf Leopold zu erhalten.
Aber auch Spender oft großartiger Kunstwerke bereicherten die Sammlung. Darunter waren die Schenkungen aus den Sammlungen Seisser, die gesamten gotischen Objekte der Sammlung Vogl sowie die Schatz- und Wunderkammer der bedeutenden Salzburger Volkskundlerin Nora von Wattek, die 2021 in das Museum kam.


Innenansicht © Susanne Bayer Fotografie
Gebetsnuss Maria von Burgund, Flandern um 1470 © Ulrich Ghezzi
Eine unglaubliche Geschichte verbindet sich mit einem sehr wertvollen Prozessionskreuz, das um das Jahr 1200 in Limoges entstand. 2004 in einem Müllcontainer in Zell am See gefunden und von Prof. Mayrhofer als bedeutend erkannt, stellte es sich als NS-Raubgut heraus. Es gehörte seinerzeit einer polnischen Adelsfamilie, die das Kreuz nach einer jahrzehntelangen Odyssee als rechtmäßige Besitzer wieder zurückbekam. Davor wurde es im Rahmen einer Ausstellung in Leogang präsentiert.
Unter Mayrhofers Führung wuchs nicht nur der exzellente Ruf des Museums, sondern auch die Sammlung stetig auf heute einige Tausend Exponate an.
Seit weit über zwanzig Jahren wartet das Museum mit einem faszinierenden, vielfältigen Sonderausstellungsprogramm auf. Europäische Spitzenwerke der Gotik bis hin zum Brauchtum mit außergewöhnlichen Originalen aus Handwerk, Kunst und Regionalgeschichte sind die vielfältigen Themen. Waren am Anfang die Museen als Leihgeber kaum interessiert, so ist heute die Zusammenarbeit mit renommierten europäischen Häusern wie dem Louvre in Paris oder dem Württembergischen Landesmuseum Stuttgart für die Realisierung fundierter Ausstellungen unverzichtbar. Neben diesem internationalen Netzwerk, das auch in die USA reicht, bewähren sich unter vielen anderen das Salzburg Museum oder das Museum für angewandte Kunst in Wien als stetige Leihgeber.
Mit Prof. Hermann Mayrhofer durch die Ausstellung zu wandern, ist ein besonderes Erlebnis. Er verfügt über ein enormes Fachwissen und weiß mit viel Leidenschaft zu jedem Exponat etwas zu erzählen. Man könnte seinen Ausführungen, seien es nun Anekdoten, kunstgeschichtliche oder handwerkliche Details, stundenlang zuhören.



Schöne Madonna, Salzburg um 1380 © Peter Kühnl
Flügelaltar, süddeutsch um 1520, Sammlung Frey © Susanne Bayer Fotografie
Schale Herrengrund, Kupfer feuervergoldet, Ende 17. Jh © Susanne Bayer Fotografie
Mit demselben Enthusiasmus und mit ebenso gutem Gespür wie entsprechender Expertise wird das Museum heute von Andreas Herzog geführt. Mit berechtigtem Stolz sagt er: „Mein Lehrmeister war nicht die Uni, sondern es war Hermann Mayrhofer, bei dem ich studieren durfte.“
Ein Besuch des in jeder Hinsicht beeindruckenden Museums mit seinen Sammlungen und Sonderausstellungen ist wegen der Vielfalt an Exponaten von feinster Qualität besonders empfehlenswert.

*** SAVE THE DATE***
19.-20. September 2026
Ein Wochenende in Kulturhauptstadt 2026 Trencin, Slowakei.
Eine Busreise aus Wien mit geplanten Besuchen in der gotischen Burg Trencin,
zwei Esterházy-Schlössern in Galantha als auch Schloss Holitsch in Weißkirchen. Wir bitten um Voranmeldung unter sekretariat@ahha.at
Neudauer Parkfest 2026

Text: Ilona Miksch
Fotos: Alexander Kottulinsky
Am 30. Mai 2026 fand im Schlosspark Neudau das Neudauer Parkfest statt. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Verein Historische Gebäude Österreich gemeinsam mit der Familie Kottulinsky. Rund 1200 Besucher aus Neudau und der gesamten Region nutzten die Gelegenheit, einen entspannten Tag mit Familie und Freunden zu verbringen, regionale Musik zu genießen sowie die zahlreichen Aussteller, Kunsthandwerker und Gastronomen zu besuchen.
Bereits am Vormittag wurden in Neudau die Erneuerung und die Renovierung des Ortszentrums gefeiert. Nach einer heiligen Messe zog die Werksmusikkapelle „Borckenstein Neudau“ gemeinsam mit zahlreichen Besuchern vom Ortszentrum in den Schlosspark. Viele Gäste schlossen sich dem Festzug an und kamen direkt zum Parkfest. Besonders schön war, dass die Feierlichkeiten im Ort und das Parkfest dadurch miteinander verbunden wurden und sich Menschen aus der Umgebung gemeinsam an einem Ort trafen.
Einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen des Parkfestes leisteten auch die örtlichen Vereine. Mit großem Engagement betrieben sie ihre Stände und sorgten für ein vielfältiges kulinarisches Angebot. Von regionalen Spezialitäten wie Hirschgulasch von den Neudauer Jägern über Mehlspeisen, zubereitet vom Roten Kreuz, bis hin zu kühlen Getränken regionaler steirischer Marken war für jeden Geschmack etwas dabei.
Unter dem Motto „Regionalität“ wurde heuer besonderer Wert darauf gelegt, Musiker und Aussteller aus der Steiermark vor den Vorhang zu holen. Den musikalischen Auftakt machte die „Strattl Musi“ aus Neudau, die mit ihrer traditionellen steirischen Musik für beste Stimmung sorgte. Im Anschluss übernahm das „Blechgewitter“ aus Graz die Bühne. Mit einer Mischung aus traditioneller Blasmusik, modernen Hits und viel musikalischer Energie füllten die Musiker nach und nach die Tanzfläche. Am Abend folgte mit der Pop-Band „Alle Achtung“ das musikalische Highlight des Tages. Zahlreiche Besucher nutzten trotz eines Regengusses die Gelegenheit, gemeinsam zu feiern, zu tanzen und den Tag in geselliger Atmosphäre ausklingen zu lassen.
Neben dem Musikprogramm spielte auch das regionale Kunsthandwerk eine wichtige Rolle. Zahlreiche Aussteller präsentierten ihre Arbeiten und gaben Einblicke in traditionelle Handwerkstechniken. Die Besucher konnten den Handwerkern bei ihrer Arbeit zusehen, Fragen stellen und handgefertigte Produkte erwerben. Gerade dieser persönliche Austausch wurde von vielen Gästen besonders geschätzt und machte einen wesentlichen Teil des Charakters des Parkfestes aus. Auch für die jüngsten Besucher gab es dabei einiges zu entdecken: Neben einer Hüpfburg und Kutschenfahrten mit Pferden durch das Gelände fanden vor allem die Mitmachstationen großen Anklang. Besonders beliebt war die Möglichkeit, traditionelle Handwerkstechniken selbst auszuprobieren und beispielsweise das Spinnen von Wolle kennenzulernen.
Das Neudauer Parkfest zeigte, wie gut Musik, Handwerk, Kulinarik und gelebte Gemeinschaft zusammenpassen. Die vielen Besucher, die engagierten Vereine, die regionalen Aussteller sowie die zahlreichen Helfer machten die Veranstaltung zu einem gelungenen Festtag. Die Organisatoren bedanken sich herzlich bei allen Beteiligten und freuen sich, dass das Parkfest auch heuer wieder zahlreiche Menschen aus der Region zusammenbringen konnte.
Habsburgs verschollene Schätze
Ein Abend voller Geschichte und musikalischer Atmosphäre in Gars

Text und Fotos: Therese Backhausen
Am 31. Mai 2026 fand unter dem Titel „Habsburgs verschollene Schätze“ auf der Burg Gars ein spannendes Gespräch zwischen der Historikerin und Kaiserhaus-Expertin Katrin Unterreiner und der Kuratorin des Wien Museums, Michaela Lindinger, über die Bedeutung von Schmuck und Juwelen für die Habsburger statt. Die international tätige Pianistin Maria Prinz verlieh mit ihrer musikalischen Umrahmung dem Abend eine besondere Atmosphäre.



Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Festsaal in den mittelalterlichen Gemäuern, als der Intendant von Gars, Clemens Unterreiner, die beiden Vortragenden sowie die Konzertpianistin begrüßte. Juwelier Christoph Köchert musste leider kurzfristig absagen.
Die beiden Historikerinnen nahmen das interessierte Publikum mit auf eine historische und mit Anekdoten gespickte, humorvolle Reise durch die Geschichte. Diese begann beim zwar vermögenslosen, aber wirtschaftlich äußerst geschickten Begründer des Familienvermögens der Dynastie, Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen, führte über Kaiserin Elisabeth zu ihrer Enkelin Elisabeth Marie, weiter nach England zu dem abgedankten König Edward VIII. und seiner Ehefrau Wallis Simpson und endete beim Schwerpunkt des Abends – bei der spannenden Geschichte der verschollenen Kronjuwelen, dem aufsehenerregenden Bekanntwerden ihrer Existenz in einem kanadischen Banksafe sowie der damit verbundenen Frage, wem die Kronjuwelen des ehemaligen Kaiserhauses heute gehören.
Dass Kaiserin Elisabeth neben dem wohl berühmtesten Schmuck Österreichs, den 27 Haarsternen aus dem Hause Köchert, noch weiteren edlen Schmuck besaß, aber wenig trug, ist bekannt. Nach dem Tod ihres Sohnes verzichtete sie vollends auf Schmuck und verschenkte die Sterne in ihrem Umfeld. Heute ist der Verbleib von etwa 8 Sternen bekannt. Den Großteil ihrer Preziosen vererbte sie ihrer Enkelin Elisabeth Marie, genannt „Erzsi“. Diese wiederum vermachte die geschichtsträchtigen Stücke im Jahr 1963 der Republik Österreich.
Ein Exkurs ins englische Königshaus legte zutage, dass Wallis Simpson, die Duchess of Windsor, eine der legendärsten Schmucksammlungen der Welt besaß. Edward VIII. beschenkte seine Frau mit exklusiven Maßanfertigungen, die von dem berühmten Kreuzarmband aus dem Haus Cartier bis zum Zip Necklace von Van Cleef & Arpels reichten.
Letztendlich ging es im zweiten Teil des Abends um die geheimnisvolle Geschichte der verlorenen Kronjuwelen. Diese wurden auf Veranlassung Kaiser Karls I. der Schatzkammer entnommen und in mehreren Koffern in die Schweiz gebracht, dort zerstückelt und verkauft. Unter den verbliebenen Kostbarkeiten, die in Kanada gelandet waren, befindet sich auch der legendäre „Florentiner“, ein historischer und einzigartiger gelblicher Diamant von rund 137 Karat in Walnussgröße, der einst bereits die Kaiserkrone von Franz I. Stephan zierte und kürzlich vom Waldviertler Edelstein- und Diamantexperten Chistian Riedel eigens für Gars im historischen Originalschliff aus einem Citrin nachgeschliffen wurde. Diesen Sommer ist er auf der Burg Gars zu bestaunen.
Aber wie kamen die Kulturgüter nach Kanada? Nach dem Tod Karls I./IV. hatte seine Witwe, Kaiserin Zita, die Stücke dorthin verbracht und verfügt, dass ihr Aufenthaltsort frühestens 100 Jahre nach dem Tod des Kaisers bekannt gegeben werden dürfe. Und wem gehören nun die Juwelen, zu deren Besichtigung Christoph Köchert nach Kanada berufen wurde? Karl Habsburg ist der Überzeugung, dass die Schmuckstücke Familienerbe seien. Einige Historiker wie Katrin Unterreiner sehen das allerdings anders. Sie ist der Meinung, dass es sich um Staatsvermögen handelt, denn so wie das hofärarische Vermögen als Staatsvermögen unmittelbar nach ihrer Ausrufung von der Republik übernommen wurde, fiel auch das Vermögen des Familienfonds mit dem Habsburgergesetz von 1919 als sogenanntes „gebundenes Vermögen“ an die Republik. Der Fonds hatte mit dem Ende der Monarchie seinen Zweck der finanziellen Ausstattung der Mitglieder des Kaiserhauses verloren.
Das Privatvermögen war davon nicht betroffen.
Da die Besitzverhältnisse offen sind und der Fund eine rechtliche Debatte entfachte, ist nun die Finanzprokuratur am Zug, die mit einer juristischen Prüfung beauftragt wurde.
Der spannende Abend endete mit einer Fragerunde unter reger Beteiligung des Publikums.
Denkmalgespräch mit Georg Stradiot im Schloss Stetteldorf

Am 18. Juni 2026 fand auf Schloss Stetteldorf das „Denkmalgespräch am Donnerstag“ mit Georg Stradiot statt. Die Veranstaltung wurde vom Bundesdenkmalamt organisiert und war zugleich das 50. und letzte Denkmalgespräch mit Hofrat Dr. Andreas Lehne.
Georg Stradiot, der rund 40 Jahre lang als Vorstandsmitglied unseres Vereins tätig war, setzt sich seit Jahrzehnten mit großem Engagement für die behutsame Renovierung und Restaurierung seiner historischen Gebäude in Nieder- und Oberösterreich ein. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Schloss Stetteldorf am Wagram, dessen Wiederherstellung er mit viel persönlichem Einsatz vorantreibt.
Gemeinsam mit seiner Frau Brigitte öffnet er das Schloss regelmäßig für Konzerte, Ausstellungen und Veranstaltungen. Auch an diesem Tag waren Besucherinnen und Besucher bereits ab 16 Uhr eingeladen, das Schloss im Rahmen von Führungen kennenzulernen und mehr über seine Geschichte und die laufenden Restaurierungsarbeiten zu erfahren. Ein besonderes Anliegen von Georg und Brigitte Stradiot ist die Wiederherstellung des historischen Renaissancegartens. Darüber hinaus verfolgen sie das Ziel, das Schlossareal nachhaltig weiterzuentwickeln und als lebendigen Ort der Begegnung, der Kultur und der regionalen Identität zu erhalten.


Zu Beginn des Denkmalgesprächs erklärte Georg Stradiot anhand der Malereien im Freskensaal über den Fortschritt der darin abgebildeten Sanierungsarbeiten nach den Zerstörungen der sowjetischen Besatzung.
Er wies auf die problematische Situation von Eigentümern denkmalgeschützter Gebäude hin und kritisierte die aus seiner Sicht ungerechte Verpflichtung, solche Objekte zu erhalten, ohne dass dafür ausreichende steuerliche Berücksichtigung vorgesehen ist.
Besonders bedenklich ist, dass bei Investitionen in denkmalgeschützte Objekte im Falle fehlender Gewinne weder Abschreibungen, Finanzierungskosten noch Vorsteuerabzug steuerlich berücksichtigt werden. Sämtliche Kosten müssen aus bereits versteuertem Einkommen getragen werden, ohne entsprechende steuerliche Entlastungen in Anspruch nehmen zu können.
Stradiot weist darauf hin, dass alle Steuerpflichtigen freiwillig bis zu zehn Prozent ihres Einkommens für Sportvereine, wohltätige oder kulturelle Zwecke spenden und abschreiben können. Werden sie jedoch durch gesetzliche Vorgaben zum Erhalt eines Denkmals verpflichtet, was auch im Grundbuch angemerkt ist, müssen sie die daraus resultierenden finanziellen Belastungen allein tragen.


Dabei betreffe der Denkmalschutz nicht nur Kirchen und Schlösser, sondern auch Bürgerhäuser, Bauernhöfe, Industriearchitektur und ganze historische Ensembles. Aufgrund der bestehenden Rahmenbedingungen werden jedes Jahr zahlreiche denkmalgeschützte Objekte dem Verfall preisgegeben. Stradiot betonte, dass Denkmalschutz Arbeitsplätze schaffe, und vielmehr schaffen könnte, und vor allem von Menschen getragen werde – nicht von Maschinen.
Darüber hinaus sprach er die Haftungsfragen an, die für Eigentümer ein erhebliches Risiko darstellen können. Als Beispiel nannte er Burgruinen oder freistehende Objekte, die sich nicht vollständig absperren lassen. Auch Führungen in historischen Gebäuden können problematisch sein, wenn etwa Geländer nicht den heutigen Sicherheitsstandards entsprechen.
Angesichts einer zunehmenden Anspruchshaltung möglicher Geschädigter forderte Stradiot eine offenere Diskussion über diese Herausforderungen. Ziel müsse es sein, Eigentümern den öffentlichen Zugang zu ihren Objekten zu ermöglichen, ohne sie durch unverhältnismäßige finanzielle und rechtliche Belastungen zu überfordern.
Das Denkmalgespräch klang im Schlosshof bei eigenem Schlosswein, regionalem Traubensaft und einem Buffet stimmungsvoll aus.
Buchempfehlungen

Einen Schwerpunkt des Magazins bildet die Energiewende am Baudenkmal. Das Jahresmagazin beleuchtet, wie Wärmepumpen denkmalgerecht eingesetzt werden, wie sich Photovoltaik nahezu unsichtbar in historische Dächer integrieren lässt und worauf bei der Nutzung historischer Kachelöfen zu achten ist. Auch die Hitzevorsorge in gewachsenen Stadtquartieren und die Förderung energetischer Sanierungen kommen zur Sprache.
Die Autor:innen führen in die 3D-Bestandsdigitalisierung ein, stellen schonende Reinigungsverfahren vor und erläutern, wie sich die Risiken von Innendämmungen berechnen lassen. Die Denkmalsanierung 2026/2027 gibt (künftigen) Immobilienbesitzer:innen ganz praktische Hilfestellung: Was bedeutet die Erhaltungspflicht für Eigentümer:innen? Wie schafft eine Bestandsanalyse Sicherheit beim Kauf? Wie werden historische Holzfenster und Parkettböden wiederbelebt? Auch der Brandschutz von Bauelementen und das zweite Leben historischer Bauteile werden behandelt.
Etliche Artikel rücken besondere Themen ins Licht – von der Baukultur der Ostmoderne über ausgezeichnete Sanierungsprojekte und alte Elektrizitätswerke bis zum Handwerksberuf der Vergolderin. Ausführlich informiert das Magazin zudem über die steuerlichen Vorteile und Fördermöglichkeiten von Denkmalimmobilien. Ergänzt werden die Fachbeiträge durch Produktvorstellungen sowie ein umfangreiches Verzeichnis regionaler und überregionaler Expert;innen der Denkmalpflege.
Das Magazin Denkmalsanierung 2026/2027 umfasst 164 Seiten, kostet in der Printversion EUR 9,40 und ist im gut sortierten Zeitschriftenhandel erhältlich. Es kann auch über den Buchhandel bezogen werden; ISBN 978-3-944549-62-0. Unter www.denkmal-magazin.de kann das Jahresmagazin online gelesen oder als PDF gekauft werden.
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Habsburgs verschollene Schätze
Das geheime Vermögen des Kaiserhauses
Waren die Habsburger reich oder besaßen sie „nur“ Staatsvermögen? Lebten sie im Luxus oder eher bescheiden? Woher kam das Geld, wovon lebten sie eigentlich und wie gingen sie mit ihren Apanagen um? Was passierte mit den Aussteigern? Gab es unterschiedlich vermögende Habsburger und wurden sie 1918 enteignet und verloren auch ihr Privatvermögen? Was passierte mit dem Vermögen nach dem Ende der Monarchie und wohin sind die Kronjuwelen verschwunden?
In ihrem neuesten Buch begibt sich Katrin Unterreiner auf die Spurensuche nach dem Vermögen der Habsburger und geht unter anderem diesen bis heute immer wieder diskutierten Fragen auf den Grund. Das Buch bietet nicht nur spannende Einblicke in die Vermögensverhältnisse der kaiserlichen Familie, sondern zeigt auch, wofür die Habsburger ihr Geld ausgaben und wie ihr Lebensalltag aussah.Neben privaten Einblicken und spannenden neuen Erkenntnissen kann auch endlich der Krimi um die verschwundenen Kronjuwelen gelöst werden.
Carl Ueberreuter Verlag GmbH
€ 25,00

Moderne Architektur in Salzburg
Weiß, Matthias (Hg.)
Der Architekturführer lädt dazu ein, Salzburg neu zu entdecken. „Moderne“ wird hier nicht als abgeschlossene Epoche verstanden, sondern als Haltung – lebendig, vielfältig und überraschend. 75 sorgfältig ausgewählte Bauten entfalten ein Panorama an Formen, Funktionen und Ideen des 20. Jahrhunderts. Das Buch holt die Architekturleistungen von 1900 bis 2000 aus dem Schatten des barocken Salzburgs und zeigt eine Stadt, die weit mehr ist als Kulisse.
135 eigens aufgenommene Farbfotografien und rund 20 bislang unveröffentlichte historische Aufnahmen – vielfach aus Privatbesitz – eröffnen faszinierende neue Blickwinkel auf eine Stadt, die Tradition und Aufbruch gleichermaßen in sich trägt. Mit ausklappbaren Stadtplänen, die individuelle Erkundungstouren ermöglichen, und einem anschaulichen Glossar ist dieser Band der perfekte Begleiter für alle, die Salzburg jenseits der bekannten Postkartenmotive erleben wollen.
ISBN 978-3-7025-1205-7Erscheinungsjahr 2026
21,5 x 13,5 cm, Hardcover
€ 25,00
Univ.-Prof. Dr. Matthias Weiß ist Professor für Kunstgeschichte an der Universität Salzburg mit einem Fokus auf Architektur. In Baden und Berlin war er viele Jahre als Denkmalpfleger tätig.


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